→ Am 8. März 2026: Nein zur SRG-Halbierungsinitiative
Worum es bei der Initiative konkret geht
Die Initiative will die heutige Haushaltsabgabe von 335 auf 200 Franken senken und Unternehmen vollständig von der Abgabepflicht befreien. Damit würden der SRG deutlich weniger Mittel zur Verfügung stehen. Das hätte ein kleineres Angebot in allen Sprachregionen zur Folge – auch bei Kulturinhalten, Kulturberichterstattung und Schweizer Produktionen.
Aktuelle Kürzungen sind bereits Realität
Die SRG steht schon heute unter finanziellem Druck aufgrund politischer Vorgaben. Der Bundesrat hat entschieden, die Radio- und Fernsehabgabe ab 2027 schrittweise bis 2029 auf 300 Franken zu senken. Parallel werden ab 2027 bereits viele Unternehmen entlastet. Das führt bereits jetzt zu Sparmassnahmen: weniger Mittel für Inhalte und Produktionen, organisatorische Zusammenlegungen sowie die Reduktion oder Einstellung einzelner Formate.
Was das für die Kultur bedeutet
Für die Schweizer Kultur ist die SRG eine wichtige Partnerin: als Produzentin, als Vermittlerin und als Stimme der Kulturberichterstattung – gerade weil sich private Medien aus diesem Bereich teilweise zurückziehen. Über Auslandsmandate wie 3sat, TV5MONDE, tvsvizzera.it und SWI swissinfo.ch wird Schweizer Kultur zudem auch international sichtbar. Weniger Produktionen und weniger Ausstrahlung würden sich direkt auswirken: auf Aufträge, Präsenz und Erlöse aus Rechten und Verwertungen – über Sparten und Regionen hinweg.

Kernbotschaften
Ohne Kultur, keine Diversität und Vielfalt
Die mehrsprachige und kulturell vielfältige Schweiz braucht eigenständige Angebote in allen Sprachregionen sowie eine starke regionale Berichterstattung. Diese verursachen zwar Mehrkosten, sind aber zentral für den Zusammenhalt des Landes.
Kürzungen treffen zuerst kleinere Sprachräume sowie Nischen- und Nachwuchsformate.
Auch das Auslandsmandat macht Schweizer Kultur international sichtbar und stärkt die Schweizer Gemeinschaft im Ausland. Einschnitte schwächen diese Brücken nach innen und nach aussen.
Verliert Kultur, verlieren alle!
Weitere Kürzungen führen zu weiterem Abbau im Kulturbereich – und das betrifft alle: Kulturschaffende verlieren Aufträge und Tantiemen, das Publikum verliert Vielfalt und bewährte Formate, und die unterschiedlichen Regionen verlieren ihre Stimme und Sichtbarkeit.
Der verfassungs- und konzessionsrechtlich verankerte Auftrag des medialen Service public gerät dadurch unter Druck.
Kultur braucht Dialog, keine Kürzungen!
Suisseculture unterstützt die SRG, trotz Kritik.
Sie steht mit der SRG in regelmässigem, offenen Austausch und übt dort Kritik, wo Kulturformate abgebaut und die Präsenz von Kultur geschmälert wird.
Mit einer weiteren Reduzierung des Budgets würden genau diese Missstände dramatisch zunehmen. Das bedeutet weniger Kulturjournalismus, weniger Aufträge, weniger Vermittlung.
Argumentarium
Argumente für Kulturschaffende und ein kulturaffines Publikum
- Kultur ist Teil des Auftrags. Die SRG soll ein Vollprogramm anbieten. Dieses gesetzlich festgehaltene Vollprogramm soll alle Bevölkerungsschichten und Sprachregionen erreichen. Unterhaltung und Sport gehören dabei genauso zum Grundauftrag wie Information und Kultur. Kultur ist damit kein “Zusatz”, sondern ein Bestandteil des Service public.
- Kultur braucht eine starke SRG, weil der Markt vieles nicht trägt. Kulturell hochstehende Angebote werden als wirtschaftlich weniger lukrativ beschrieben. Private Anbieter produzieren eher, was sich rechnet. Für die SRG gehören Kulturangebote dagegen zum Kernauftrag. Dafüèr ist eine stabile Finanzierung Voraussetzung.
- Die SRG ist Kulturproduzentin und Kulturvermittlerin, und als diese unverzichtbar. Sie trägt zur Verbreitung von Kulturangeboten bei. Sie ist auch zentrale Akteurin im Kulturjournalismus. Das wird angesichts von Medienkonvergenz und Sparrunden in Feuilleton-Redaktionen immer wichtiger.
- Aufträge und Koproduktionen sind konkret und wirksam. Die SRG ist eine wichtige Partnerin der unabhängigen Branche. Ihre Aufträge und Koproduktionen tragen wesentlich zu einem soliden und vielfältigen Schweizer Kulturschaffen bei. Das investierte Geld bleibt in der Schweiz. Es fliesst weiter an Kunst- und Kulturschaffende. Es sichert auch Arbeitsplätze bei Lieferanten und Drittfirmen.
- Es fliessen grosse Mittel in Kultur. SRG und ihre Partner investieren jährlich mehrere hundert Millionen Franken in Kulturförderung füèr Filmproduktionen, Musiksendungen oder Theaterübertragungen – aber auch Hintergrundberichte zu kulturellen Ereignissen. Das zeigt: Kultur findet nicht nur “am Rand” statt, sondern mit realen Ressourcen.
- Die SRG bietet Kulturschaffenden eine Bühne: für Auftritte, Interviews und Produktionen, für Künstler:innen, Musiker:innen, Filmschaffende und Autor:innen. Damit entsteht Sichtbarkeit, die viele einzelne Akteure alleine kaum erreichen. Das wirkt auch auf Publikum und Nachfrage.
- Schweizer Inhalte (“Swissness”) sind eine Kernleistung. Die SRG ist wichtig wegen ihres hohen Anteils an Schweizer Inhalten. Das gilt ausdrücklich auch für Kultur. Zu nennen sind Schweizer Geschichten, Schweizer Musik oder Schweizer Filme.
- Kultur und Unterhaltung gehören zusammen. Kultur und Unterhaltung sind nicht einfach trennbar. Sie dürfen nicht gegeneinander ausgespielt werden. Das ist wichtig für die Kultur, weil Reichweite oft über ein breites Programm entsteht. Und es ist wichtig für das Publikum, weil Kultur so im Alltag sichtbar bleibt.
Kampagnen unserer Partner
Kulturorganisationen
- Cinésuisse: Unsere Kultur retten
- Schweizerischer Musikrat: Wo die Musik spielt!
- Suisseculture: 200 Franken sind nicht genug
